Alarmstufe ­Blauschwarz

Leserbriefe / 24.11.2014 • 20:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wer das Trennende hervorhebt und nicht das Verbindende, unterstützt nicht nur den Terror der wenigen Verblendeten, sondern hilft sogar den vielen Schurken, die aus eiskalter Berechnung an Konflikten interessiert sind. Die NATO – ausschließlich im Dienste der Rüstungsindustrie – befreit in der islamischen Welt ganz sicher niemanden. Sie schürt nur immer noch mehr Hass. Es hätte sich Russland auch niemals in die seit Jelzins politischem Supergau genauso korrupte Ukraine eingemischt, wenn mittlerweile neben den USA nicht auch die EU ständig das Völkerrecht missachtete und die UNO als oberste Instanz ignorierte. Und wenn wir nach unserer bitteren Vergangenheit nun wieder damit beginnen, mit Hassparolen politisch zu punkten, wird es nicht mehr lange dauern, bis uns das im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf fällt. Ab einem gewissen Zeitpunkt gibt es nämlich kein Zurück mehr. Rechtskonservative wie ­Juncker, Merkel, Cameron u. a. gehören also nicht diskutiert oder interpretiert, sondern auf der Stelle abgesetzt, möglicherweise auch Putin, dessen Absichten aufgrund der durchwegs einseitigen, an unerfreuliche Zeiten erinnernden Berichterstattung nicht auszumachen sind. Vor genau 100 Jahren löste ein ähnliches, von Konservativen dominiertes Politklima die größte Katastrophe aller Zeiten aus. Und erst seit 1945 sah Europa wieder eine Zukunft. Wollen wir uns erneut ins Bockshorn jagen lassen?

Thomas Amann,
Wellenau 5, Bregenz