Sehtest für Jäger

Leserbriefe / 26.11.2014 • 20:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 22. November 2014.
VN-Bericht vom 22. November 2014.

Zum VN-Bericht „Die Worte wurden mir in den Mund gelegt“ vom 22. 11. 2014:

Dass nun auch die Optikerinnung verpflichtende Sehtests für Jäger fordert, ist richtig und konsequent. Insofern ist der Schuss nicht nach hinten losgegangen. Dass sich die Jägerschaft darüber empört, war zu erwarten. Denn: Man lehnte immer schon alles ab, so z. B. auch die gesetzliche Verankerung eines Alkoholverbots bei der Jagd sowie die verpflichtende psychologische Verlässlichkeitsprüfung für Jäger. Und das, obwohl Jäger für die meisten Unfälle im Zusammenhang mit Waffen verantwortlich sind. Die Einforderung von Sehtests durch die Optikerinnung war keine Kurzschlusshandlung, sondern sollte Bewusstsein in Sachen „Sehen“ schaffen. Selbstverständlich ist gutes Sehen auch für Autofahrer oder PC-Benutzer wichtig. Warum die Forderung der Innung aktuell vor allem in Richtung Jäger zielte, ist klar: es war kein Autofahrer oder PC-Benutzer, sondern wieder einmal ein Jäger, der einen Menschen angeschossen und lebensgefährlich verletzt hatte. Es ist schon erstaunlich, dass sich eine Gruppe in Österreich, die Waffen mit sich trägt, sämtlichen dringend notwendigen Reformen verschließt. Die Weidmänner dürfen sich nicht wundern, wenn die Jagd immer mehr als Relikt der Steinzeit angesehen wird. Neuesten Umfragen zufolge sinkt die Akzeptanz der Jagd in Österreich ohnehin stetig – eine große Mehrheit ist gegen die Jagd.

Mag. Christian Hölzl,

Österreichischer Tierschutzverein, Berlagasse 36,

1210 Wien