Wolf: Anspruch
auf Bleiberecht

Leserbriefe / 28.11.2014 • 18:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief von Werner Wyss vom 26. 11. 2014:

Im Kindermärchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf, welches wohl besser als Parabel und nicht als Schauermärchen verstanden werden sollte, wird der Wolf als verschlagene Bestie dämonisiert. Bis in unsere Zeit hängt dem Wolf im westlichen Denken das Image des Problemtiers und Leuteschrecks an. Wenn auch aus der Sicht eines Nutztierhalters verständlich, hat auch die wilde Natur Anspruch auf ein Bleiberecht. Im sicherheitsfixierten Wohlstandsklima weckt das Wiederauftauchen ehemals ausgerotteter Beutegreifer verschüttete, irrationale Ängste. Luchse, Wölfe und Bären mögen alpenweit auf dem Vormarsch sein, bilden aber derzeit um Vorarlberg herum nur vereinzelt Reviere, wie im Calandagebiet, aus. Von unverhältnismäßig hohen Populationsdichten kann nicht die Rede sein. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Dagegen ist im Vergleich zu den durch Wölfe gerissenen Nutz- und Wildtieren der durch den Menschen verursachte Verlust an biologischer und landschaftlicher Vielfalt weitaus dramatischer und folgenreicher. Darüber sollten wir uns Gedanken machen und nicht über eine Einschränkung der Jagdmöglichkeiten. Wenn etwas den Weiterbestand der Jagd bedroht, dann ist es vielmehr die um sich greifende Naturzerstörung und das überbordende Wachstumsdenken. Anstatt zur Wolf-Hatz zu blasen, wäre Herr Wyss besser beraten, sich für die Anliegen des Naturschutzes stark zu machen! Auch im ureigensten Interesse.

Markus Petter,

Alpenschutzverein für Vorarlberg, Thomas-Rhomberg-Straße 21, Dornbirn