So ein (Alp)käse

Leserbriefe / 27.09.2015 • 17:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es war ja wirklich hoch an der Zeit, den europaweit anerkannten geografischen Ursprungsschutz für den Vorarlberger Alpkäse an die weit verbreitete Realität auf den Vorarlberger Alpen anzupassen! Demzufolge soll dem ursprünglichen Alpkäse – einem echten und einzigartigen Premium-Produkt – ein qualitativ abgespeckter „Kraftfutter-Talheu-Kompromiss-Alpkäse“ nachfolgen. Für jene Handvoll Älpler, die sich bisher an die strengen Vorgaben für einen echten Alpkäse gehalten haben, ist dies eine bittere Entscheidung. Denn mit der Lockerung der Bestimmungen wird ihnen nicht nur die Besonderheit der Auszeichnung genommen, sondern auch entsprechend attraktive Vermarktungsmöglichkeiten. Anstatt einer Vielfalt in der Alpwirtschaft wird offenbar die Uniformität als oberstes Ziel gesehen. Sollen hier jene Bauern, für deren Hochleistungskühe Kraftfutter lebensnotwendig ist, geschützt werden, indem jede andere Fütterungsform totgeschwiegen wird? Für den Konsumenten ist es absolut nicht nachvollziehbar, warum der ursprüngliche Vorarlberger Alpkäse, der als Futtergrundlage der Tiere bisher nur die Alpweide und eine Notfütterung vorsieht, nicht mehr als solcher ausgezeichnet werden soll. In Zeiten, in denen über schlechte Milchpreise zurecht gejammert wird, braucht es keine derart einseitige Unterstützung für eine hochgezüchtete, auf (Kraft-)Futterimporte angewiesene Milchwirtschaft. Ein Fördern von Vielfalt und Alleinstellungsmerkmalen wäre schon ein erster Schritt aus dieser Sackgasse.

Elisabeth Feuerstein,

Zanzenberg 9, Dornbirn