Grundsatzfragen in der Asylpolitik

Leserbriefe / 28.09.2015 • 18:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Oder: Wie unser Land vorsätzlich an die Wand gefahren wird! Die Zahlen der Migranten, die in diesem Jahr via Österreich auf Deutschland zukommen, wurden laufend nach oben korrigiert. Diese unangenehme Entwicklung wird nur scheibchenweise zugegeben. Zum Jahresende ist eine Realität von einer Million ­Migranten nicht unwahrscheinlich. Und in den kommenden Jahren ist nicht mit einem Abnehmen des Migrantenstroms zu rechnen, weil das überwiegend herzliche Willkommen in Deutschland und in Österreich einen unwiderstehlichen Sog auf weitere Millionen Migranten in Warteposition ausübt.

Unablässig verbreitet sich die frohe Kunde der erfolgreich Angekommenen per Handy in Windeseile innerhalb der Auswanderungsländer und setzt neue Wanderer in Marsch. Je mehr Migranten wir über das Mittelmeer aufnehmen, desto größer wird der Anreiz für weitere Migranten, der Gewinn der Schlepper und die Zahl der Ertrinkenden. Die australische Regierung hat das gleiche Drama auf den Seegebieten vor ihrer Nordküste auf wirksame Weise beendet. Sie hat 2013 in allen Herkunftsländern Zeitungs- und TV-Anzeigen geschaltet und verkündet, dass Asylanträge nur noch in den dortigen Konsulaten angenommen und Bootsflüchtlinge generell zurückgeschickt werden. Und die australische Marine nimmt Flüchtlingsboote seither „auf den Haken“, in Seenot geratene Migranten an Bord und fährt sie an die nächste Küste auf dem Gegenufer zurück. Nach kurzer Zeit ist kein einziger Bootsflüchtling mehr vor Australiens Nordküste ertrunken.

Christian Sohm,
Kaisermannstraße 6, Bregenz