Kriegsflüchtlinge oder Auswanderer?

28.09.2015 • 16:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Was derzeit in Brüssel abläuft, lässt für die Zukunft nichts Gutes erahnen. Die Außenminister haben in der letzten Zeit ihre Energie zur Sanktionierung Russlands wegen der Ukraine verschwendet und keinen Blick auf die Entwicklung in Nahost geworfen. Man kommt aber bei der Befriedung Syriens an Putin nicht vorbei, der Assad mit Geld und Waffen an der Macht hält. Der Krieg löst eine Flüchtlingswelle aus. Doch viele dieser bedauernswerten Menschen hätten sich auf kurz oder lang auf den Weg gemacht, weil sie für sich und ihre Kinder keine Arbeits-und Bildungsmöglichkeiten mehr vorfinden. Die Geschehnisse im „Arabischen Frühling“ waren Ausdruck dieser allgemeinen Unzufriedenheit vorwiegend junger Leute, was Auswanderungswellen auch in anderen Ländern auslösen kann, mit oder ohne Krieg. Aber in Brüssel schläft man weiter. Es wird zwar Geld aufgewendet, um das Leben in den großen Flüchtlingslagern erträglicher zu machen, aber das wird die Menschen nicht davon abhalten, die Flucht in ein besseres Leben ergreifen zu wollen. Und die Probleme, die dann auf uns zukommen, lassen sich durch das peinliche Hickhack um Aufnahmequoten für die Asylanten in den Mitgliedstaaten nicht lösen. Ohne sehr viel mehr Weitblick und diplomatisches Geschick wird die EU das nicht bewältigen.

Franz Kogler,

Haldenweg 20,

Bregenz