Ikea – blau-gelbe Bedrohung

Leserbriefe / 02.10.2015 • 19:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 30. September 2015.
VN-Bericht vom 30. September 2015.

Der Verkehrsdruck ist in Lustenau unerträglich geworden. Während es sich auf Durchzugsstraßen permanent staut, zwängt sich der Verkehr vermehrt durch Nebenstraßen. Ein Ikea erwartet an Samstagen bis zu 10.000 Bewegungen. Auch wenn es weniger wären, vermisse ich die Sorgepflicht um unsere Gemeinde, unsere Gesundheit und unsere Wohnqualität. Der Bevölkerung wird vorgegaukelt, sie müsste den Verkehr sowieso ertragen, auch wenn der Möbelhändler sich woanders ansiedelt. Stimmt natürlich nur bedingt. Wäre Ikea z.B. in Hohenems, kämen die Schweizer über Diepoldsau, Oberländer, Deutsche usw. über die Autobahn. Ähnlich bei anderen Standorten.

24.000 Quadratmeter können besser genützt werden als 120, wenn überhaupt, Billigjobs zu schaffen. Die bringen vielleicht hunderttausend Euro Kommunalsteuer im Jahr (!), aber das ist auch schon alles. Die angebotenen Produkte sind weder nachhaltig, noch entsteht irgendeine Wertschöpfung aus heimischer Produktion. Gewachsene innerörtliche Strukturen sind einmal mehr massiv gefährdet.

Was Arbeitsplätze anlangt, sollte es nicht so schwierig sein, in den nächsten Jahren Ansiedlungen herzubekommen, die auf dieser großen Fläche wesentlich mehr Jobs generieren. Es bietet sich dort längerfristig die Chance, höherwertige, der Ausbildung unserer Jugend entsprechende Arbeitsplätze anzubieten. So viel Grund und Boden gibt man nicht leichtfertig in eine Hand. Es muss ja nicht unbedingt heute sein; warum denn diese Eile?

Komm.-Rat Rudi Sperger,
Grindelstraße 15,

Lustenau