Lieber festge­fahrener Pfarrer

05.10.2015 • 16:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Lieber Pfr. Eberhard! Es ist dein gutes Recht, zu erklären, was du glaubst und warum du so glaubst. Mir gebührt dasselbe Recht. Uns beiden geht es um die Treue zum Evangelium. Du sagst sehr richtig: Gottes Wort steht über der Kirche. Nun war aber Jesus ganz wichtig, dass seine Jünger und Jüngerinnen gleichwertig, d. h. Brüder und Schwestern auf Augenhöhe seien. Die Behauptung, es gebe zwischen Priestern und Laien einen wesentlichen Unterschied, finden wir erst viele Jahrhunderte später in einem seiner Ausrichtung nach antiprotestantischen Konzil. Diese Jesu Worten widersprechende Lehre hielt sich in der katholischen Kirche bis in unsere Tage. Damit wird ein Grundanliegen Jesu missachtet. Den Worten Jesu wurde etwas hinzugefügt, was seinen Absichten klar widerspricht.

In Bezug auf die Ehe wird es bei der Synode genau um die Frage gehen, wie sich Ideal und Wirklichkeit zueinander verhalten. Die Bibel stellt uns das Ideal vor Augen, nämlich dass die Liebe zwischen Mann und Frau bis zum Tode lebendig bleiben solle. Das wünschen sich auch heute noch alle Ehepaare. Doch wenn die Wirklichkeit ganz anders ausschaut, muss sich die Kirche überlegen, wie sie darauf angemessen reagiert. Lebenslange Bestrafung ist wohl nicht das Richtige.

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn