Auflösung des

07.10.2015 • 16:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

BG Montafon

Schon 1980 versuchte das Justizministerium, das Bezirksgericht Montafon mit dem BG Bludenz zusammenzulegen. Erst eine vom Land gegenüber dem Bund „erzwungene“ Ausschreibung der Gerichtsvorsteherstelle und meine damalige Bewerbung verhinderten diesen Plan. Das Gericht wurde großzügig ausgebaut und ist nun mit eineinhalb Richtern samt Rechtspfleger für einen zu rechtfertigenden Weiterbestand hinreichend ausgelastet. Das Gerichtsgebäude steht kostenlos zur Verfügung. Das knapp gehaltene Personal zeichnet sich durch besondere Ortskenntnisse und Einfühlsamkeit in die Mentalität der Bewohner aus. So kann unbürokratisch Rechtsberatung in Anspruch genommen werden und wird mancher Streitfall ohne förmliches Verfahren beigelegt. Die leichte Erreichbarkeit ist entscheidend, besonders auch in Familienrechtssachen. Einspareffekte an Personal und Räumlichkeiten durch die geplante Zusammenlegung mit Bludenz sind überhaupt nicht erkennbar. Hingegen werden staatliche Serviceleistungen im ländlichen Raum weiter reduziert. Die Anreisewege für die Bewohner des Montafons in die Innenstadt von Bludenz würden noch länger, Ortsaugenscheine und Exe­kutionen in den gebirgigen Talschaften erheblich erschwert, mit einem
größeren Kosten- und Zeitaufwand.­ Die ins Treffen geführte Spezialisierung der Richter bei größeren Gerichtseinheiten ist kein Vorteil, da die meisten Rechtsfälle ein mehrere Rechtsgebiete umfassendes Wissen und Beurteilen er­fordern. Die Landesregierung ist daher gut beraten, den Zentralisierungsplänen des Bundes eine klare Absage zu erteilen und die Zustimmungskompetenz des Landes zu verteidigen.

Dr. Dietmar Loy, Bez Ri. i. R.

Linzenberg 30, Schwarzach