Gesunde

Leserbriefe / 14.10.2015 • 18:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Grenzgänger

Zum Leserbrief von Hr. Hans Bösch vom 10. Oktober:

Sehr geehrter Herr Bösch, in Ihrem Leserbrief schreiben Sie, man solle den Schulabsolventen der Krankenpflegeschulen auferlegen, dass sie entweder in Österreich eine gewisse Zeit arbeiten oder die Ausbildung zurückzahlen müssen. Dementsprechende Vorstöße würden bei Bund und Land leider nicht einmal ignoriert. Ich kann Ihnen versichern, dass beim Land Vorarlberg gerade bei Themen, bei denen es um die Sicherstellung des medizinischen und pflegerischen Personals für unsere Krankenhäuser geht, nichts unversucht bleibt und schon deutliche Erfolge erzielt werden konnten. Bekanntlich gab aber der Oberste Gerichtshof (OGH) dem Land Vorarlberg vor einigen Jahren nicht recht, als es versuchte, von einer Absolventin der Krankenpflegeschule die bezahlten Ausbildungskosten zurückzuerhalten, weil diese – entgegen einer mit ihr geschlossenen Vereinbarung – sich weigerte, drei Jahre lang in einer Vorarlberger Einrichtung zu arbeiten. Nicht einmal der Hinweis des Landes Vorarlberg überzeugte den OGH, dass es zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Lande verpflichtet sei und daher ein besonderes öffentliches Interesse an der Bindung von Krankenpflegeschülern an das Land habe, deren Ausbildung es finanziere. Laut OGH war die Arbeitsverpflichtung ein sachlich nicht gerechtfertigter Eingriff in die Grundrechte der Freiheit der Berufswahl und der Erwerbstätigkeit.

Landesrat

Dr. Christian Bernhard,

Landhaus, Bregenz