Asoziale Reform

16.10.2015 • 17:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Da glaubt man, Finanzminister Schelling sei zu einer erfreulichen Selbsterkenntnis gelangt (Zitat in den VN: „Manche Menschen sind lieber Teil des Problems als Teil der Lösung“), um wenig später wieder erfahren zu müssen, dass er sich dringend eine Pensionsreform wünsche. Dagegen wäre ja nichts zu erwidern, wüsste man nicht, was er darunter versteht. Finanzminister Schelling ist begeisterter Anhänger der deutschen Pensionsregelung und von Hartz IV. Das heißt, Pensionseintritt mit 67 Jahren, sollte man davor in die Arbeitslosigkeit rutschen, wird man zum Hartz-IV-Bittsteller und darf gegebenenfalls als 1-Euro-Jobber Teil eines boomenden Niedriglohnsektors werden. Bevor man jedoch die Almosen aus Hartz IV empfangen darf, sind alle Vermögenswerte zu veräußern, dazu gehört selbstverständlich auch ein Eigenheim oder eine Wohnung, wenn die Wohnfläche z. B. für zwei Personen größer als 80 m2 ist bzw. die Grundstücksgröße 500 m2 (in der Stadt) bzw. 800 m2 (auf dem Land) überschreitet.

Da die Anzahl der Arbeitslosen über 50 Jahre in Österreich stetig im Steigen begriffen ist, würden auch viele Österreicher Teil dieser asozialen Reform werden. Im Gegensatz dazu werden in Österreich, dank der Finanzgesetzgebung der Regierung (Stiftungen, niedrige Kapitalertragsteuer, gedeckelter Sozialversicherungsbeitrag usw.), die Reichen immer reicher, und Politiker und deren Parteien richten es sich sowieso selbst.

Christian Baldauf,

Steußbergweg 11, Hard