Lustenau im

Leserbriefe / 18.10.2015 • 18:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zwiespalt

Wer kann es noch verstehen, dass gerade Lustenau mit seinem jahrzehntelangen Kämpfen um eine Verkehrsentlastungsstraße durch das Ried nun einen Verkehrsverursacher (Ikea) mit täglich Hunderten zusätzlichen Autofahrten auf seinem Gemeindegebiet mit bereits überlastetem Straßennetz haben möchte? Gewisses Verständnis dafür gäbe es nur, wenn die nahe am möglichen Standort vorbeiführende Schnellstraße von Dornbirn kommend samt weiterführender Tunnellösung bis zum Schweizer Anschluss als Autobahnverbindung von Lustenau vehement gefordert würde. Mit den Gemeinden Höchst und Fußach zusätzlich im Rücken könnte Lustenau Druck ausüben auf das Land bzw. Betreiber Asfinag für neu aufzunehmende Verhandlungen mit der Schweiz für diese nur minimal grünlandzerstörende und vermutlich schneller realisierbare Autobahnverbindung. Die bislang so stark geforderte Z-Variante (7,5 km lang inkl. 2,6 km Riedtunnel) würde im Gegensatz zur Vorerwähnten logischerweise von keinem Ikea-Besucher benützt und sie ist, wenn überhaupt realisierbar, zeitlich weit weg. Klar, dass eine Ikea-Entscheidung nicht so lange warten kann, aber bis dahin dürfte mit Rücksicht auf die stark betroffenen Straßenanrainer keinerlei positive Entscheidung für einen so stark verkehrsvermehrenden Betrieb fallen. Neben dieser verkehrstechnischen Betrachtungsweise muss hinterfragt werden, ob es einen weiteren Möbelriesen, der vielfach unter fragwürdigen Verhältnissen in Billiglohnländern produzieren lässt, überhaupt in unserem Ländle braucht, oder ob nicht lieber heimisches Gewerbe gefördert werden sollte.

Egon Troy,

Gießenstraße 9, Fußach