Mehr Licht ins Dunkel der ­Testamentsaffäre

Leserbriefe / 30.10.2015 • 18:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 21. Oktober 2015.
VN-Bericht vom 21. Oktober 2015.

Einleitend möchte ich zu meiner persönlichen Sicherheit festhalten, dass in den folgenden Ausführungen für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung gilt.

Unlängst wurde mit dem Urteil des OLG Linz gegen die ehemalige (?) Vizepräsidentin des LG Feldkirch die sogenannte Testaments­affäre abgeschlossen. Über Jahre und „Amtsgenerationen“ hinweg haben Mitarbeiter der Justiz beim BG Dornbirn Testamente zum Vorteil eingeweihter Dritter und zum Nachteil der rechtmäßigen Erben gefälscht. Dieser schreckliche Kriminalfall führte bis in die Spitze der Gerichtsbarkeit (!) Vorarlbergs. Jetzt ist die Justiz bemüht, den gewaltigen Scherbenhaufen aufzuräumen und wieder an Vertrauen zu gewinnen. Dies ist meiner­ Ansicht nach aber nur möglich, wenn der ganze Fall transparent und lückenlos aufgearbeitet wird. Und in diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, weshalb die ehemalige (?), in Feldkirch amtierende LG-Vizepräsiden­tin von den verbrecherischen „Dienstleistungen“ ihrer Untergebenen beim BG Dornbirn wusste. Gibt es hier noch bisher unbekannte Mitwisser, quasi „U-Boote“, in den Reihen der Justiz? Wissen wir erst um die „Spitze eines Eisberges“ Bescheid? Hier ist von der Justiz „Licht ins Dunkel“ zu bringen.

Für mich jedenfalls sind die Gerichte unseres Landes bis zum Vorliegen einer glaubwürdigen und nachvollziehbaren Beantwortung der obigen Fragen nicht legitimiert, über Recht oder Unrecht von Menschen zu befinden.

Dr. Rudolf Margreitter, Lachenmahd 3a, Dornbirn