Familiensynode – realitätsfremd?

Leserbriefe / 01.11.2015 • 19:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Reformer Papst Franziskus ist nun mehr denn je gefragt.
Der Reformer Papst Franziskus ist nun mehr denn je gefragt.

In der Berichterstattung über die Familiensynode sind mir Kommentierungen von kirchlichen Würdenträgern aufgefallen: Kardinal Müller schließt die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene „in extremen Einzelfällen“ nicht aus und Kardinal Schönborn erklärt, warum Familie wichtig ist, die vielen Flüchtlinge „können dank Handys Kontakt zu ihren Familien halten“. Ich wüsste nichts anderes, als dass Männer Kinder zeugen und Frauen diese auf die Welt bringen und dadurch eine „familiäre Grundbindung“ entsteht. Wie dies dann gelebt werden kann, hängt von vielen eigenen, persönlichen und gesellschaftlichen Möglichkeiten und Grenzen ab, der Wunsch und die Sehnsucht nach dieser „Keimzelle Familie“ bleibt, so oder so und muss nicht extra erklärt werden.

Eigentlich empfinde ich die vielen Kommentare von kirchlichen Würdenträgern fern der Realität, fern dessen, wie heute Familie gelebt werden kann. Eigentlich sind diese mehr familienverachtend, als dass sie Brücken bauen und Menschen begleiten auf ihren Familienwegen in einer sehr fragilen und brüchigen Welt. Das wäre die Aufgabe der Kirche. Da muss man sich dann auch nicht wundern, wenn sich Familien in der Kirche nicht mehr beheimaten wollen und können.

Michael M. Natter, ebnit 99, Dornbirn