Merkel und ihre Flüchtlinge

02.11.2015 • 17:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Oder: Die Geister, die ich rief, die werd’ ich nicht mehr los. Erster Akt: Zu Beginn war die Einladung mit dem Nachsatz „Wir schaffen das“. Nach den ersten Zweifeln über das eigene Schaffen wurde die EU in Sippenhaft genommen. Jedes Mitgliedsland – egal in welcher wirtschaftlichen Lage – sollte zwangsverpflichtet werden, ein Kontingent der Flüchtlinge aufzunehmen. In der Zwischenzeit ist Feuer am Dach. Nun folgte Merkels zweiter Akt: Als deutsche Bundeskanzlerin flog sie in die Türkei. Sie besprach mit Türkeis starken Männern die Eindämmung der Flüchtlingsflut. Das Ergebnis: Drei Milliarden Euro Hilfsgelder und die Zustimmung einer Beschleunigung der Lockerung der Visa-pflicht für türkische Bürger. Hat Deutschland die EU übernommen? Warum denn sonst hat nicht die EU-
Außen­beauftragte Federica Mogherini diese Gespräche geführt? Sind Franzosen, Italiener, Briten, Polen und andere nur noch die Erfüllungsgehilfen deutscher Vormachtsträume? Dritter Akt?

Othmar Amann,
Kiesweg 6, Koblach