Neue Abgastests für Neuwagen

03.11.2015 • 17:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Auf EU-Ebene kommen neue Abgastests, die die Emissionen neuer Autos beim Fahren auf der Straße messen sollen. So weit, so erfreulich. Was aber die Einigung noch enthält, ist ein Schildbürgerstreich: Bis zum Jahr 2019 wird den Autoherstellern erlaubt, den bestehenden Grenzwert um das Zweifache zu überschreiten! Zur Erinnerung: Die Grenzwerte wurden geschaffen, damit die Luftqualität auf der Straße besser wird und nicht, um in den Labors, wo die Tests durchgeführt werden, die Schadstoffbelastung zu verringern. Seit Jahren weisen viele NGOs, darunter auch der VCÖ, darauf hin, dass Neuwagen beim Fahren deutlich mehr Schadstoffe ausstoßen und viel mehr Sprit verbrauchen als am Papier versprochen wird. Der VW-Diesel-Skandal hat diese Warnungen bestätigt. Dass nun der Nichteinhaltung von Grenzwerten der rechtliche Sanktus gegeben werden soll, ist eine Verhöhnung der gesamten Bevölkerung. Der Schmutz, der bei den Auspuffen rauskommt, findet sich in unseren Lungen wieder. Medizinische Studien belegen die Gesundheitsschädlichkeit von Stickoxiden. Nach Jahren des Wegschauens ist es höchste Zeit, dass die Regierungen bei den tatsächlichen Emissionen der Fahrzeuge genau hinschauen und der Kompetenz der Medizinerinnen und Mediziner mehr Gehör schenken als wirtschaftlichen Interessen mächtiger Lobbyisten. Noch kann der Beschluss auf EU-Ebene geändert werden – auch durch den Einsatz von Österreichs Politikerinnen und Politiker.

Ulla Rasmussen, VCÖ, Mobilität mit Zukunft, Bräuhaus-
gasse 7–9, 1050 Wien