Wo bleibt das „christliche
Europa“?

04.11.2015 • 16:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kennen wir in Österreich noch unsere Wurzeln? Da wird von einem christlichen Europa geredet, doch wie viel Wert hat das heute? „Christliche Werte“ haben ihren Ursprung in der Liebe zu Gott und zum Nächsten und führten zu den interna­tional anerkannten (und wenig angewandten) Menschenrechten. Doch was macht Innenministerin Johanna Mikl-Leitner daraus? Die geplante Asylverschärfung führt in die falsche Richtung. Aus meinen Erfahrungen im Deutschunterricht mit Flüchtlingen kamen mir folgende Gedanken: Wenn Asylanten nur drei Jahre hier leben dürfen, werden keine Firmen Asylanten anstellen, weil sie schon wieder gehen müssen, wenn sie langsam die Sprache und das Fachwissen gelernt haben. Auch die Asylanten werden der Motivation zum Lernen beraubt, denn eine normale Lehrausbildung dauert mindestens dreieinhalb bis vier Jahre! Und wenn sie in ihr Heimatland zurückgehen, haben sie weder etwas gelernt, womit sie ihre zerstörte Heimat wieder aufbauen könnten, noch ihre familiären Beziehungen aufrechterhalten können. Frau Mikl-Leitner, möchten Sie Jahre in Ungewissheit leben, ohne Ihre Familie und ohne Zukunftschancen? Frau Mikl-Leitner, nehmen Sie Ihre eigene Forderung nach legalen und sicheren Fluchtmöglichkeiten selber ernst, sonst fördern Sie alle Ungerechtigkeiten der Schlepper. Und stellen Sie sich gedanklich einmal in die Schuhe der Flüchtlinge.

Dieter Kuhn,
Oberried 12, Dornbirn