Das Roma-Problem

13.11.2015 • 17:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 3. November 2015.
VN-Bericht vom 3. November 2015.

Was sich in letzter Zeit im Umgang mit den Roma abspielte, ist schockierend und beschämend und für ein christliches Land unwürdig, denn sie sind die Geringsten unter uns (Math. 25.40).

Sie leben in unvorstellbarer Genügsamkeit und Armut. Es ist fraglich, ob sie überhaupt oder wenigstens einmal am Tag ein warmes Essen einnehmen können. Seit man sie von ihrem Zeltlager am Wasser vertrieben hat, haben sie nicht einmal mehr die Möglichkeit, sich eine warme Suppe zu kochen. Ihr Vergehen besteht darin, dass sie das verhängnisvolle Sakrileg begingen, ihre dürftigen Zelte ungefragt auf sakrosanktem privatem Waldboden aufgeschlagen und ihn verunreinigt zu haben. Die Empörung war groß. Da blieb kein Spielraum für humane Überlegungen, eine menschenwürdige Lösung zu finden, etwa ihnen einen weniger sensiblen Platz zuzuweisen und Baustellen-WC und Abfalltonnen aufzustellen. Die Stellungnahme des Herrn Landeshauptmanns in dieser Angelegenheit ist ernüchternd – lt. Dr. Schoibl (VN vom 3. 11. 15) ist die Eltern-Kind-Beziehung sehr eng und warmherzig – und in ihrer Mitleidlosigkeit erschreckend.

Auch wenn wir die Roma vertreiben, werden sie immer wieder kommen, denn ihre Rahmenbedingungen in Rumänien sind weiterhin sehr schlecht. Wohl oder übel werden wir uns zähneknirschend an die Bettler gewöhnen müssen.

Martin Frick,

Negrellistraße 5, Rankweil