Drohender ­Stellvertreterkrieg

16.11.2015 • 18:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die grausamen Anschläge in Paris, das jahrelange Ignorieren des syrischen Bürgerkrieges mit dem daraus resultierenden Flüchtlingsstrom ist ein Produkt des ungerechtfertigten Irakkrieges der USA mit ihren Verbündeten. Mit der Liquidierung von Saddam Hussein und seiner sunnitischen Baath-Partei, wurde die Balance zwischen den Schiiten und Sunniten in dieser Region zerstört. Die anschließende, unüberlegte Verbannung aller Sunniten von Regierungsämtern, Führungspositionen und vor allem aus dem Militär hat Tausende Sunniten zum selbsternannten Kalifen Al-Baghdadi, der in Saddams Armee General war und auch einige Jahre in amerikanischer Gefangenschaft einsaß, zur ISIS, die ein Produkt des Irakkrieges ist, getrieben. Ohne Einbindung des schiitischen Iran und des sunnitischen Saudi-Arabiens, die eigentlich die großen Kontrahenten dieser Region sind, wird man den syrischen Bürgerkrieg, der sich schon lange zum Konflikt zwischen den Sunniten und Schiiten entwickelt hat, nicht einfach beenden können. Vor allem muss man mit den Russen, die als Verbündete von Assad und Iran auftreten, eine gemeinsame Vorgangsweise finden, sonst könnte sich dieser Krieg, wie einst in Vietnam, als Stellvertreterkrieg zwischen West und Ost entwickeln. Es wäre aber auch längst an der Zeit, dass die Muslime in Europa, mit großen Protestaktionen gegen diesen muslimischen Terror, ein Zeichen setzen.

Alfred Fuchs,
Forachstraße 81a, dornbirn