Chancen sehen

18.11.2015 • 17:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief „Ein sauber geführtes Ländle“ von Alwin Rohner, VN 18.11.2015:

Sehr geehrter Herr Rohner, ich bedanke mich für Ihre Zustimmung bei meiner vehementen Forderung nach einem transparenten und vergleichbaren Rechnungswesen für alle öffentlichen Gebietskörperschaften, dessen Einführung erst kürzlich vom Finanzminister beschlossen wurde. Wie Sie richtig schreiben, ist das die Voraussetzung für eine in Diskussion stehende Steuer­autonomie der Bundesländer, die meiner Meinung nach aber nur kommen sollte, wenn die positiven Effekte den Mehraufwand der Einhebung überwiegen. Bezüglich Freihandelsabkommen haben wir anscheinend unterschiedliche Zugänge. Für ein Abkommen mit hohen Standards sehe ich Chancen für die Unternehmen, weitere Arbeitsplätze und den Wohlstand in unserer Region. Wenn im ausverhandelten Text die Chancen nicht überwiegen, bin ich mir sicher, dass unsere demokratischen Gremien nicht zustimmen werden. Abschließend glaube ich nicht, dass wir Steuersätze von Unternehmen gegenüber jenen von Mitarbeitern ausspielen sollten. Ich bin der Meinung, dass sowohl die Unternehmen als auch die leistungsbereiten Mitarbeiter an der Abgabenbelastungsgrenze angekommen sind und es unser Ziel sein sollte, die Abgabenquote generell zu senken. Das werden wir nur durch ein effizienteres öffentliches Staatswesen und effizienteren Umgang mit unseren Steuergeldern schaffen.

Martin Ohneberg,
Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg, Millennium Park,

Lustenau