Mathematische Glanzleistung

Leserbriefe / 18.11.2015 • 18:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Was kostet die Verwaltung der österreichischen Lehrerschaft? Da schwirren Zahlen durch die VN und andere Medien, dass man an den Rechenkünsten der Experten zu zweifeln beginnt. Altfinanzminister Hannes Androsch behauptet, die Lehrerverwaltung durch die Bundesländer würde 800 Mill. Euro mehr kosten, als wenn dies vom Bund geregelt würde. Bildungsforscher Lorenz Lassnigg hat errechnet, dass man 470 Mill. durch die Bundesverwaltung einsparen könnte, und das Bildungsministerium spricht immerhin noch von 172 Millionen Ersparnis. Für die Bundesländer stellt Burgenlands Landeshauptmann Niessl dagegen das Einsparungspotenzial von 30 Mill. fest, läge die Verwaltung der Lehrerschaft in der Hand der Bundesländer. Da rechnet doch mindestens einer bzw. eine, oder rechnen vielleicht gar alle falsch? Säßen diese Experten an einem runden Tisch und würden ihre Multiplikationen mit zahlenmäßig zutreffenden Faktoren durchführen, käme ein einwandfreies Produkt zustande, das dann als zweckdienliche Grundlage für das erwünschte Sparen dienen könnte. Der Pferdefuß dieser auseinanderklaffenden Ergebnisse liegt offensichtlich im Einfluss- und Machtanspruch der Bundesländer sowie der Bundesregierung. Das Grundlegende in der angestrebten Bildungsreform läge aber in einer Schulorganisation und Unterrichtsgestaltung frei von politischen Einfärbungen, in der alle Talente ohne nachteilige Differenzierung in der Pflichtschulzeit bestmöglich gefördert werden. Genau darum sollten sich die Schulfachleute und die zuständigen Politiker vorrangig bemühen.

Alois Schwienbacher,
Kopfstrasse 14c, altach