Bettelverbot
bestand bereits für Südtiroler

19.11.2015 • 17:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ich bin Südtiroler Abstammung, meine Großmutter bettelte im Nachbardorf um Kartoffeln und kam nach einem Fall von einem Leiterwagen ums Leben. Bei einem Vortrag hörte ich, dass für diese „Cinggalar“, wie man die Südtiroler seinerzeit nannte, bereits ein Bettelverbot bestand. Ich glaube also, ein wenig mitreden und mich in die Lage der Bettler versetzen zu können. Ich weiß, die Ausgangslage war damals ganz anders. Wir waren deutschsprachig und größtenteils katholischen Glaubens. Die Welt hat sich geöffnet, und auch ich habe die Roma und Flüchtlinge nicht mit offenen Armen empfangen. Aber, warum auch immer, sie sind da und die Politik ist machtlos.

Von allen Seiten hört man, man muss vor Ort, also in Rumänien helfen. Die Stadt Dornbirn als stark betroffene Gemeinde hat ein Spendenkonto für „Roma in Rumänien“ errichtet. Auf dieses Konto habe ich einen Betrag einbezahlt. Den Beleg habe ich kopiert, verkleinert und vervielfältigt. Diese Einzahlungsbelege gebe ich mit einer netten Geste den Bettlern in den Becher. Ich denke, wenn dies Schule machen würde, würde sich das Betteln von selbst lösen. Ich für meine Person glaube, damit einen kleinen Beitrag gegeben zu haben.

heinz lanz,
torfweg 2, dornbirn