Eine schallende Ohrfeige

Leserbriefe / 19.11.2015 • 18:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Möglicherweise hätte sich der eine oder andere gewünscht, dass sich BM Gabriele Heinisch-Hosek und Staatssekretär Harald Mahrer beim demonstrativen Abklatschen verfehlen. Auf alle Fälle ist die sogenannte Bildungsreform eine schallende Ohrfeige für alle, die an notwendige Veränderungen und Fortschritte im Bildungsbereich geglaubt haben. Auch und vor allem für die Bildungsverantwortlichen in unserem Lande. Wofür hier viele Monate verhandelt wurde, erschließt sich mir überhaupt nicht! Fortschritte und echte Weiterentwicklungen muss man mit der Lupe suchen. Fünf Prozent erlaubte Abweichung vom Lehrplan! Bedeutet das, dass wir in der Volksschule nun mit grünen anstatt mit blauen Stiften schreiben dürfen, oder sind das dann vielleicht schon sechs Prozent? Schon längst machen sich engagierte Schulen selbst auf den Weg. An unserer Schule bieten wir den täglichen Sport, das individualisierte, selbstbestimmte Lernen, Kinderbeteiligung oder eine sinnvolle Schülerbetreuung seit Jahren an. Unterstützung von oben erwarten wir schon lange nicht mehr. War die ambitionierte Rede von LH Markus Wallner beim Bildungsforum in Bregenz, wo er sich klar für Ganztagsschulen, Gesamtschulen oder mehr Wertschätzung für das Lehrpersonal ausgesprochen hat, ernst gemeint, dann können er und Landesrätin Mennel diese Reform so nicht akzeptieren! Man wird die Vorarlberger Landesregierung an ihren Taten messen.­ Die groß angekündigte Bildungsreform ist jedenfalls das Papier nicht wert, auf der sie geschrieben ist.

Jürgen Sprickler,

Wieden 41a, Dornbirn