Mehr Licht ins Dunkel der ­Testamentsaffäre

Leserbriefe / 19.11.2015 • 18:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Entgegnung zum Leserbrief von Dr. Rudolf Margreitter, VN vom 31. 10. 2015:

Herr Dr. Margreitter sieht es als Tatsache an, dass Mitarbeiter der Justiz beim BG Dornbirn über Jahre und Amtsgenerationen hinweg Testamente gefälscht haben. Weiters fabuliert er von ­unbekannten Mitwissern,
U-Booten und von einer „Spitze des Eisberges“. Es ist kein Geheimnis, dass die Staatsanwaltschaft über fast drei Jahre lang extra für diesen Fall einen Staatsanwalt und ein Kripoteam abgestellt hat. Dieses Ermittlerteam hat in dieser Zeit beim BG Dornbirn sämtliche Akten rückwirkend bis zum Jahr 1961 durchforstet und jeden Zettel umgedreht. Angeklagt wurden schließlich 18 Fälle, beginnend ab dem Jahr 2001, und für sämtliche entdeckten Betrugsakten war laut Anklageschrift der Hauptangeklagte Jürgen H. verantwortlich. Wenn die Staatsanwaltschaft weitere Fälle gefunden hätte, die über Amtsgenerationen hinweg als Betrug entlarvt worden wären, hätte man keine Sekunde gezögert – und wäre selbstverständlich auch verpflichtet gewesen – auch diese Fälle sofort anzuklagen. Zudem wäre damit der inzwischen vom Haupttäter zum Kronzeugen der Staatsanwaltschaft gewechselte Fälscher ent­lastet worden. Da weder weitere Fälle gefunden noch angeklagt wurden, ist es offensichtlich, dass es keinen verborgenen Eisberg gibt. Es kann angenommen werden, dass das BG Dornbirn bis zum Auftreten des Haupttäters im Jahre 2001 völlig korrekt und gesetzeskonform gearbeitet hat.

Johanna Pilsl, Schweizer

Straße 47b, Hohenems