Nachwuchs auf dem Abstellgleis

19.11.2015 • 17:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Sensationell, was die Alt­acher „Tschutterer“ in diesem Jahr zustande gebracht haben. Einen Euro-League-Platz im Aufstiegsjahr zu schaffen, ist einmalig und für ein 6000-Seelen-Dorf aller Ehren wert. Weniger erfreulich stellt sich die Situation abseits vom Profifußball dar. Das Nachwuchspotenzial in Altach ist enorm, aber die Trainingsbedingungen katastrophal: Auf dem Sportplatz im Riedle müssen sich meist vier (!) Mannschaften den Trainingsplatz teilen. Im Schnabelholz werden die jungen Burschen und Mädchen auf den ungeliebten Kunstrasenplatz abgeschoben, was sich auch auf die fußballerische Qualität auswirkt, vor allem auch auf die Gesundheit der Jugendlichen. Viele Akteure aus dem Nachwuchs- und Amateurbereich klagen über Knie- und Rückenbeschwerden. Der renommierte Innsbrucker Umweltmediziner Dr. Klaus Rhomberg meinte in einem Interview: „Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich sehe, wie sich die Kinder ihre Gelenke kaputt machen. Gerade im Wachstum ist der Bewegungsablauf auf einem Betonplatz extrem schädlich.“ Dazu kommt noch, dass laut einer Studie bei hohen Temperaturen krebserregende Stoffe eingeatmet werden. Trotz mehrmaliger Appelle, aufgrund der negativen Langzeitfolgen im Bewegungsapparat und der Giftstoffe ein Umdenken in Sachen Kunstrasen zu erreichen, scheint das alles den Klubverantwortlichen egal zu sein. Deshalb appelliere ich an die Altacher Fußball-Eltern, im gesundheitlichen Interesse ihres Nachwuchses Druck auszuüben.

Gerhard Honeck,
Klausmühle 5, lochau