Erfolgreiche

23.11.2015 • 17:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Schulsysteme

32 von 34 OECD-Staaten (ausgenommen Deutschland und Österreich) haben eine gemeinsame Schule bis 14, so die Schulforscherin Dr. Böheim im VN-Interview. Den Kritikern der neuen Heilsbringerin „gemeinsame Schule“ empfiehlt sie, die Publikationen der OECD zu lesen, weil dort die Bedingungen erfolgreicher Schulsysteme sehr gut erforscht seien.

Was aber ist ein erfolgreiches Schulsystem? Die folgende Begebenheit gibt eine mögliche Antwort: Deutschland (BRD) wurde 1973 von der OECD der baldige wirtschaftliche Abstieg prophezeit, wenn es sein Schulsystem nicht rasch reformiert. Dieses sei nämlich ungerecht und unzeitgemäß, hieß es. Die OECD-Experten empfahlen Deutschland, eine gemeinsame Schule für alle Kinder bis zum 14. Lebensjahr einzurichten. Nur dann, so orakelten sie, könnten die Deutschen die Veränderungen im 21. Jahrhundert erfolgreich bewältigen. Deutschland ist den Empfehlungen der OECD-Schulforscher nicht gefolgt. Der Ausgang der Geschichte ist bekannt: Deutschland war – ganz entgegen den Prophezeiungen und trotz der finanziellen Belastung durch die Wiedervereinigung – der Fels in der Brandung einer gigantischen Wirtschaftskrise und ist heute der Wirtschaftsmotor in Europa.

Mit Blick auf die Vorarlberger Schuldiskussion könnte man – in der Diktion der jüngsten, leicht untergriffigen VN-Kommentare – auch so formulieren: Deutschland ist nicht den Schulforschern, sondern den „Betonköpfen“ und „Gymnasiums-Traditionalisten“ gefolgt. Und Deutschland ist damit – genauso wie Österreich – sehr erfolgreich.

Mag. Wilfried Hämmerle,

Martin-Kink-Straße 40,

Lustenau