Gedanken zum Pensionssystem Unser Pensionssystem wird derzeit kontrovers diskutiert. Je nach politischer Färbung behaupten die einen, es sei gesichert bis Ultimo, andere behaupten das Gegenteil. Die Fachleute meinen, unser Pensionssystem sei ziemlich krank. Ich glaube eher den Fachleuten als ideologisch verbohrten Politikern. Diskutiert wird eine Anhebung des Pensionsalters. Dies ist derzeit unsinnig. Man muss zuerst eine Anhebung des faktischen Pensionsalters (dzt. 60,2 Jahre angeblich) anstreben. Pensionsschwindel muss verhindert werden (früher Wirbelsäule, heute Burn-out), und vor allem sind die unglaublichen Pensionsprivilegien zu beseitigen. Solange dies nicht geschieht, ist die Anhebung des Pensionsalters Betrug am Volk. Von dem Verwaltungsaufwand durch zahlreiche Pensionsversicherungssysteme will ich gar nicht reden. An die genannten Brocken geht niemand heran, es wird nur retuschiert. Da war auch die glorreiche Idee, die Ruhensbestimmungen zu verschärfen. Beamte haben keine Ruhensbestimmungen, dafür der Rest der Bevölkerung, die Underdogs. Diese sollte man eher lockern und Anreize zum Weiterarbeiten schaffen. Welche Leute wollen über das Pensionsantrittsalter hinaus noch arbeiten? Es sind viele Selbstständige, die über große Erfahrung verfügen, und Bezieher von geringen Pensionen, die sich etwas dazuverdienen wollen. Diese leistungswilligen Menschen abzuwürgen, ist dumm und staatsschädlich. Leider ist zu befürchten, dass sich in unserem Pensionssystem wenig tut, bevor nicht der Karren endgültig an die Wand fährt. Dr. Rudolf Rudari, Felderstraße 5, Bürs

Leserbriefe / 20.03.2016 • 18:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit