Pläne einer Medical School

Leserbriefe / 01.06.2016 • 18:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es ist ja löblich, dass man dem drohenden Ärztemangel, der durch das Fehlen heimischer Studenten in der österreichischen Medizin­ausbildung entstehen wird, in die Augen sieht.

Aber es täuscht über etwas ganz Wichtiges hinweg: dass nämlich unsere Maturanten einfach nicht gut genug sind, die Tests in Österreich oder Deutschland zu bestehen. Man sollte sich daher vielmehr fragen, warum das so ist in einem Land, das im OECD-Vergleich viel Geld für das Schulwesen ausgibt. Die beschämenden Resultate bei der Mathematik-Matura in Vorarlberg gehören da unbedingt analysiert und behoben.

Die fehlenden Kenntnisse erschweren es ­einem Ländle-Schüler ja nicht nur, ein Medizinstudium zu beginnen, sondern sie fehlen auch bei den dringend nötigen Facharbeitern für die Vorarlberger KMU und Industriebetriebe. Daran wird auch eine private, auf Stipendienbasis aufbauende Uni nichts ändern. Da nicht anzunehmen ist, dass eine ganze Generation von Schülern dümmer ist als die Jahrzehnte davor, muss sich in Politik und Schulwesen etwas dramatisch ändern.

Dr. Martina Hladik,

Steinebach 3, Dornbirn