Appell an ­Milchkäufer

Leserbriefe / 02.06.2016 • 18:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Landesrat Schwärzler richtet einen dringenden Appell an die Vorarlberger Konsumenten, sich aufgrund des Preisverfalls bewusst für Produkte aus dem Land zu entscheiden (VN vom 2. 6. 2016). Regionalität wäre ja eine prima Sache; sie allein ist aber zu wenig. Was heißt hier gepflegte Landschaft? Der mit dieser Milchproduktion verbundene Umgang mit den Wiesen wirkt sich verheerend auf große Teile der Produktionsflächen aus. Aufgrund der zu häufigen Schnitte und Überdüngung haben Blütenpflanzen keine Chance mehr. Statt Schmetterlingen, Bienen, Käfern und Heuschrecken überleben in solchen Wiesen bestenfalls noch Zecken. Die für die Verdauung der Kühe so wichtigen Kräuter und Kreuzhefen fehlen, die Tiere werden krank. Es ist auch absehbar, dass der Milchkonsum weiter zurückgeht, weil sich immer mehr herumspricht, dass Milch zwar für Kälber, nicht aber für erwachsene­ Menschen gesund ist. Zusätz­lich werden die Leute in den Wohngebieten durch Ausbringung von Jauche und durch lärmende Heu- bzw. Laubbläser rücksichtslos terrorisiert. Wieso sollten also potenzielle Kunden diese Ländle-Schmäh-Wirtschaftsweise unterstützen? Keine noch so aufwendige und kostspielige Imagekampagne kann daran etwas ändern. Allein konkrete Schritte zur Heilung dieses Systems Richtung Qualität statt Masse können die Existenz der Bauern auf Dauer sichern. Ein intaktes Ökosystem ist die Grundlage dafür.

Mag. Franz Ströhle,
Sonnengarten 22, Höchst