Bauern stecken

Leserbriefe / 02.06.2016 • 18:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

im Dilemma

Zu „Landesrat appelliert an Vorarlbergs Milchkäufer“,
VN vom 2. 6. 2016:

Der Milchpreis zeigt wieder­ die Grenzen der freien Marktwirtschaft auf. Mit der Abschaffung der Quotenregelung war die Milchüberproduktion vorhersehbar, wobei die Bauern mit immer größeren Betrieben, mit ihren überzüchteten Turbokühen, die nicht mehr laufen können, die Milchleistung immer weiter steigern. Jetzt stecken die Bauern in einem mitverschuldeten Dilemma. Sie können nicht einfach, wie eine Fabrik, eine Produktlinie­ für einige Zeit abstellen, bis sich der Überschuss reduziert. Die Lebensmittelproduktion ist grundsätzlich zu hinterfragen. Wie kann es sein, dass bei den enormen Produk­tionsunterschieden ein Liter Wasser bereits teurer als ein Liter Milch ist? Warum muss der Handel Gemüse, Früchte usw., die auch in der EU produziert werden, z. B. aus Südamerika oder Neuseeland anliefern und trotz längster Transportwege billiger als lokale Produkte anbieten? In diesen Herstellerländern werden die Produzenten ohne Bedenken für größere Gewinne einfach ausgebeutet oder ruiniert. Schon im Sinne der Umweltbelastung könnte man eine Transportwegbegrenzung festlegen. Mit den geplanten Freihandelsabkommen wie CETA und TTIP würde sich die Überschuss- und Preissituation in allen Bereichen noch weiter verschärfen.

Alfred Fuchs,
Forachstraße 81a,

Dornbirn