Keine Seite
gegen die andere

Leserbriefe / 02.06.2016 • 18:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wenn ich versuchen darf, die zwei entgegengesetzten Ausrichtungen der Wahl zu charakterisieren, dann sehe ich auf der einen Seite folgende Anliegen: Dass Österreich als Nation seine Souveränität bewahren möge; dass die Asyl- und Flüchtlingspolitik ausgerichtet sei auf die realen Möglichkeiten der Integration, was Sprache und Wohnung und Arbeitsmöglichkeit betrifft; dass ein Vorrang des österreichischen Staatsbürgers im sozialen, politischen und kulturellen Leben anerkannt wird; dass Ehe und Familie privilegiert bleiben; dass kirchliche Überzeugungen angemessen bewertet werden. Auf der anderen Seite sehe ich die Überzeugung, dass ohne EU nichts geht; dass die Liebe zur Nation nicht „Nationalismus“ sein darf; dass Österreich ein aufgeschlossener Staat ist; dass andere Formen des Zusammenlebens berechtigt sind; dass der Bundespräsident kein „Krieger“ sein soll, sondern der „ältere Herr“, der eine gute Chemie zur Regierung hat und in der Weltöffentlichkeit allgemeines Ansehen genießt. Es müsste aber möglich sein, eine Mitte anzustreben, wo beide Seiten im Wesentlichen zu ihrem Recht kommen. Überhaupt würde ich annehmen, dass jede der zwei politischen „Seiten“ der anderen Seite etwas abgewinnen kann, dass also keine absolut gegen die andere ist.

Peter Mathei,

Hof 1, Alberschwende