Über 70 Prozent haben bestanden

Leserbriefe / 02.06.2016 • 18:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Sehen wir es einmal so, wenn Schüler(innen) mit angeblich guten Jahresnoten nicht bestehen, könnte man auch die Notengebung (Durchwinken) hinterfragen, denn in „guten“ Klassen sind die Ergebnisse klar besser. Unsere Landesrätin entrüstet sich in populistischer Manier über die Matura. Als Entgegnung dazu: „Eigentlich war ich ein Gegner der Zentralmatura … , dass es zumindest aufzeigt, dass hier nicht entsprechende Leistungen erbracht werden!“(Standard, 20. Mai), der bekannte Physiker Werner Gruber: „Wer das nicht versteht, sollte nicht studieren“ (Die Presse) oder „Alle Aufgaben grundsätzlich korrekt, keineswegs abstrakt und sollten der mathematischen Allgemeinbildung 18-Jähriger entsprechen“ (Prof. Woess, TU Graz). Tatsachen: Vorarlberg liegt unter dem Bundesschnitt (Presse 31. 3. 2016). Aufnahmetest der Vorarlberger zum Medizin­studium: „226 sind angetreten, 49 haben bestanden“ (ORF, 6. 8. 2015). Spätestens hier – Prozentrechnung vorausgesetzt – sollte man die Qualität hinterfragen. Nein, das Aufnahmeverfahren ist schuld, wenn nur knapp 22 Prozent die Prüfung schaffen. Dort werden aber die Inhalte der neuen Matura (Textverständnis und Implikationen erkennen, kognitive Fähigkeiten, Umgang mit neuen Testverfahren etc.) verlangt. Und jetzt verlangt die Frau Landesrat ziemlich unverblümt, dass es die Lehrer bei der Kompensationsprüfung richten sollen. Schwindelmatura in neuem Gewand? Billiger und logisch: Abschaffung der Matura, klare Aufnahmetestungen zu Studienbeginn. Bei den Medizinaufnahmetests wären nur 30 Prozent Durchgefallene dann plötzlich ein Superergebnis!

Edi Engler,

Ringstraße 60, Rankweil