Regierung hat Hausaufgaben nicht gemacht

Leserbriefe / 03.06.2016 • 18:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bei der Abschlussveranstaltung des letzten sogenannten Bürgercafés in Bregenz wurden aktuelle Problemfelder der Jugend besprochen. Neben Fragen zur Bildung und Chancengleichheit wurden zwei brennende Themen wiederholt genannt: Leistbares Wohnen und entsprechendes Einkommen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Landeshauptmann Wallner meinte bei dieser Gelegenheit, dass Unternehmen aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit keine höheren Löhne zahlen könnten. Fakt ist jedoch, dass Unternehmen – vor allem KMU – extrem hohe innerbetriebliche Kosten aufgrund von überbordenden Gesetzen, behördlichen Auflagen und arbeitsrechtlichen Vorschriften haben. Regierung und Parlament haben es verabsäumt, diese viel zu hohen Belastungen der Betriebe durch entsprechende Reformen deutlich zu reduzieren. Da bleibt eben für angemessene Löhne und Gehälter nicht mehr viel übrig. Zu diesen hausgemachten Problemen für den Arbeitgeber kommen hohe Steuern und Abgaben für Arbeitnehmer. So kostet ein Facharbeiter mit einem Monatsbruttolohn von 2900 Euro den Arbeitgeber insgesamt über 4000 Euro monatlich. Dem Facharbeiter verbleiben monatlich netto nur rund 1950 Euro, also nur knapp die Hälfte. Hätte die Regierung ihre Hausaufgaben gemacht und die längst fälligen Reformen durchgeführt, könnte der Facharbeiter monatlich 500 bis 700 Euro mehr verdienen. Mit einem Monatseinkommen von dann rund 2500 bis 2700 Euro netto wären viele finanzielle Probleme in Vorarlberg verhinderbar.

Angelika Egel, MAS (FH),

Letzestrasse 36a, Feldkirch