Wasser teurer als Milch

Leserbriefe / 03.06.2016 • 18:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 3. Juni 2016.
VN-Bericht vom 3. Juni 2016.

Beim Milchpreis wird um jeden Cent gerungen, obwohl den Bauern Euro fehlen. Ähnlich sieht es mit den Schlachtpreisen bei Tieren aus. Eine 500-kg-Schlachtkuh bringt dem Bauern einen Erlös von rund 700 Euro; ein 100-kg-Schlachtschwein 250 Euro; ein 80 bis 100 kg schweres Kalb rund 280 Euro.

Die Relatio­nen stimmen nicht mehr zusammen. Wenn ein Liter Mineralwasser mehr kostet als zwei Liter Milch, dann weiß man, dass der Bauer mit dem Milchpreis nicht zufrieden sein kann. Wenn eine fünfköpfige Bauernfamilie vielleicht einmal im Jahr – wenn überhaupt – zu einem besonderen Anlass in einen Gasthof zum Essen geht, muss sie so viel für das Essen ausgeben, dass der Erlös eines halben Schweins oder Kalbs bzw. ein Viertel der Kuh dafür draufgeht. Bei solchen Preisen für Milch und Schlachttieren darf man sich nicht wundern, dass das Bauernhofsterben anhält und die Bodenverkäufe nicht zurückgehen. Wer von der Hände Arbeit nicht leben kann, verliert die Motivation und die Freude an seinem Tun.

Hugo Mayer,

Mühle 700, Egg