Reform des

Leserbriefe / 23.06.2016 • 21:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bundesheers

Das Bundesheer ließ 25 Jahre nach den Kämpfen an der südlichen Grenze das Geschehen in der Kaserne Straß, wie ich Mitteilungen entnehmen kann, wieder Revue passieren. Der damalige Kommandant, Josef-Paul Puntigam, kommandierte diesen Einsatz mit Rekru­ten, die in der zwölften Ausbildungswoche standen. Wörtlich: „Es wäre undenkbar gewesen, wenn diese Rekruten in ein Feuergefecht verwickelt worden wären!“ Bundespräsident Waldheim hatte 1990 zwar Geiseln aus dem Irak zurückgeholt und seinen Mut und sein Geschick bewiesen, aber es ist weder ihm noch dem damaligen Bundeskanzler Vranitzky und dem zuständigen Verteidigungsminister Fasslabend 1991 eingefallen, die Miliz, die u. a. auch für solche Einsätze eigentlich vorgesehen ist, einzusetzen. Sicherlich waren sie auch damit beschäftigt, das Bundesheer zu reformieren, ein beliebtes Spiel politischer Sandkasten-Strategen. Lieber schickte man die halbausgebildeten Rekruten ins Feuer, bevor man einen großen Aufschrei von Bevölkerung oder Wirtschaft riskiert hat. Rückgratlosigkeit und Parteidisziplin vor dem wirksamen Schutz des Vaterlandes, wir damaligen Soldaten der Miliz wären ohne zu zögern an die Südgrenze gefahren. Manchmal frage ich mich, ob es heute anders wäre?

HANS BÖSCH,

WIESENWEG 4, LUDESCH