Glaubensbrüder zweiter Klasse

Leserbriefe / 24.07.2016 • 16:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Zum VN-Bericht vom 20. Juli 2016.
Zum VN-Bericht vom 20. Juli 2016.

In der letzten Zeit häufen sich negative Medienberichte über meist junge Afghanen. Man sollte wissen, dass fast 90 Prozent dieser sog. Afghanen aus dem Iran kommen, meist sogar schon im Iran geboren und sozialisiert wurden. Der 40-jährige Krieg in Afghanistan und Probleme wegen der Zugehörigkeit zu ethnischen Minderheiten zwangen viele Familien, zu ihren Glaubensbrüdern in den Iran zu fliehen. Doch diese schiitischen Brüder des Iran entpuppten sich alsbald als Ausbeuter und Unterdrücker dieser meist ungebildeten armen Menschen. So war es den Kindern dieser Familien unmöglich, staatliche Schulen zu besuchen. Diese Flüchtlinge und deren Familien sind oft der Willkür des überall präsenten Polizeiapparates ausgesetzt. Sie arbeiten fast alle als Tagelöhner, Hilfsarbeiter oder am illegalen, schwarzen Arbeitsmarkt. Man lebt von der Hand in den Mund! Es ist nicht verwunderlich, dass diese junge, verlorene Generation ihr Heil in einer illegalen Immigration nach Europa oder in andere westliche Länder sucht. Wenn die neue Regierung des Iran, den fast sechs Millionen Afghanen in ihrem Land eine bessere Zukunft in Aussicht stellen würde, wäre ein großer Teil dieses Immigrationsproblems rasch gelöst. Dieses Faktum sollten europäische Unternehmen, welche zurzeit das zarte Pflänzchen einer wirtschaftlichen Öffnung des Iran nach Westen nutzen wollen, bei ihren Gesprächen vor Ort berücksichtigen.

Norbert Collini,

Haus Nr. 73, Lorüns