Angst wird zum Bindemittel

Leserbriefe / 28.07.2016 • 18:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die sogenannte Globalisierung der Weltwirtschaft hat die Staaten der Welt materiell­ so verflochten, dass nur noch die Größe des Kapitals, des Produktionspotenzials und der Waffenarsenale als Sinn zählen; dabei ist die Sicht auf unseren Wohnplaneten und die Schöpfung verlorengegangen. Zu dieser Schöpfung zählt auch der Mensch. Die Machtspiele der Mächtigen haben unseren Wohnplaneten ruiniert, sie haben ihn ausgeplündert, vergiftet, mit Atombombenversuchen durchlöchert und verstrahlt, ihm die Haut der Wälder abgezogen; sie jagen die Tiere, unsere Mitgeschöpfe, foltern, töten und fressen sie in Trilliarden, auch ihre Mitmenschen hetzen sie in Kriege und lassen sie töten in Massakern. Je größer die Machtblöcke sind, umso weniger zählt das Individu­um. Die Angst wird zum Bindemittel. Organisierte Religionen dienen der Legi­timierung dieser Staaten und ihrer Justiz. Der Staat wird sakral, Fahnen und Uniformen, Hochverrat und Todesstrafe zeigen die Hybris der Machtträger. Der Klimawandel ist die Reaktion der Schöpfung – was der Mensch sät, wird der Mensch ernten. In Paris hat sich kein Staat wirklich verpflichtet. Menschen der Wirtschaft glauben nicht, dass der Klimawandel zur Klimakatastrophe führt, sie glauben an die Sinuslinie und die Rückkehr zur „Normalität“.

Josef A. Schmidt,

AM RAIN 24/10, NENZING