„Auf freiem Fuß angezeigt“

Leserbriefe / 29.07.2016 • 18:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

So war es abschließend im Bericht über den Einbruch von vier Georgiern in eine Vorsäßhütte zu lesen. Das ist doch wirklich nicht der richtige Umgang mit jungen Menschen, die durch Armut und Arbeitslosigkeit geradezu zur Kriminalität gezwungen werden! Da reisen diese notleidenden Georgier über 3500 km mit ihrem Auto an, um ein wenig am westlichen Wohlstand teilzuhaben, und dann das: eine Anzeige auf freiem Fuß – obwohl sie doch nur Autokennzeichen gestohlen und einen Einbruch verübt haben, bei dem sie auch noch auf frischer Tat erwischt wurden. Anstelle einer solch brutalen und völlig überzogenen Maßnahme der Behörden wäre es doch angezeigt gewesen, die armen Leute freundlich aufzunehmen, nach ihrem Begehr zu fragen und sich ihnen dankbar dafür zu zeigen, dass sie der Polizei eine interessante und erfolgreiche Übung in der Verfolgungs­praxis an der frischen Luft des Bregenzerwaldes ermöglicht haben. 1979 war man da noch wesentlich milder. Da hatte man, wenn ich mich recht erinnere, in Höchst einen unbescholtenen Maurerlehrling wegen mutmaßlich unbefugter Inbetriebnahme eines Kraftfahrzeugs in den Gemeindekotter gesperrt und dort 18 Tage vergessen.

Thomas Gehrer,

Wälderstraße 52,

Bregenz