„Starke“ Männer
für Schwache

Leserbriefe / 02.08.2016 • 19:06 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Egal ob Hitler, Stalin, Mao, Pol Pot, jetzt Erdogan, in Österreich in abgeschwächter Form der verblichene Jörg Haider und jetzt HC Strache: Diese kranken bis verhaltens­originellen Charaktere leben davon, dass es Menschen mit Persönlichkeitsdefiziten gibt, die einen „starken“ Mann brauchen, der ihnen (vermeintlich) Sicherheit gibt. In Wirklichkeit missbraucht der „starke“ Mann seine Anhänger nur als Jubelknechte, um seinen Größenwahn ausleben zu können. Eine Weile jubelt das einfache Volk auch, wenn es darum geht, vom „starken“ Mann erkannte und benannte Volksfeinde zu verunglimpfen, zu unterdrücken, einzusperren und im schlimmsten Fall umzubringen. Das hebt das unterentwickelte eigene Selbstbewusstsein, wenn man vereint mit dem „starken“ Mann die „Bösen“ niedermachen kann. Der „starke“ Mann braucht daher immer innere und äußere Feinde, um selbst als Heilsbringer dazustehen, der das Volk eben von diesen Feinden befreit. Am Schluss gab und gibt es bei den „starken“ Männern meist eine respektable bis krachende Götterdämmerung – den II. Weltkrieg, wenn das Volk Pech hat, eine standhafte Betonsäule, gegen die das Auto des betrunkenen „starken“ Mannes knallt, wenn es Glück hat. Und eines gilt immer: Wenn die „starken“ Männer einen schwachen Abgang hingelegt haben, hat sie nie jemals einer bejubelt oder gewählt, bis der nächste „starke“ Mann kommt.

Dr. Klaus König,

Hofsteigstrasse 8, Lauterach