Kein Parkplatz
für Behinderten

Leserbriefe / 19.08.2016 • 18:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Mein Mann (gelähmt) bekam zum Geburtstag Karten für „Turandot“ am 13. August geschenkt. Die Tochter hat sich extra erkundigt, ob es auch entsprechende Behinderten­parkplätze gibt. Tatsache war, dass ich, beim Festspiel-parkplatz angekommen, einen Polizisten nach den Behindertenparkplätzen fragte. Er wies mich in eine entfernte Ecke mit dem Hinweis auf Behindertenparkplätze. Ich habe mit viel Rangieren den ganzen Parkplatz abgesucht und festgestellt, dass darauf schon die „zweite und dritte Stufe des Verzweiflungsparkens“ erfolgt war. Darauf machte ich den nächsten ­Polizisten auf unsere Situa­tion mit dem Rollstuhl aufmerksam, der schickte mich wieder zum ersten Polizisten. Dieser erklärte mir nun, dass er um die Situation wisse, außerdem parkten noch über 800 Badegäste vom Freibad hier. Er versuche lediglich, das Chaos zu regeln. Meine Frage, ob er mir den Weg zu einem anderen Parkplatz weisen könne, von dem aus ich mit dem Rollstuhl wieder zurücklaufen könnte, musste er verneinen. Mittlerweile­ war es nach 21 Uhr. Ich ent­sorgte unsere Karten im Mülleimer und trat mit meinem zutiefst enttäuschten Mann die Heimfahrt an – nach drei Stunden Zeit und über 100 Kilometern Fahrt. Wirklich positiv überrascht bin ich, dass von der kaufmännischen Leitung der Festspiele auf meine Mail reagiert, Bedauern geäußert und kostenfreie Ersatzkarten angeboten wurden.

Maria Roth-Birkle, Wilhelmskirche 316, D-88263 Horgenzell