Zwangsarbeit?

Leserbriefe / 31.08.2016 • 18:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ein österreichischer Philosoph hat im Talk-Format „Sternstunde“ des Schweizer Fernsehens darauf hingewiesen, dass sich der Mensch wesentlich aus seiner Arbeit definiert. Weiters hat er darauf hingewiesen, dass es nicht nur darum gehe, Flüchtlinge aufzunehmen, sondern diesen auch die Möglichkeit zu arbeiten einzuräumen. Flüchtlinge in Unterkünften zusammenzupferchen, ohne ihnen eine sinnvolle Betätigung anzubieten, bewirkt notwendig Aggressionen oder die Kehrseite, nämlich Depressionen. Wieder andere werden dem monotonen Alltag dadurch zu entrinnen versuchen, dass sie über Internet mit radikalen islamistischen Organisationen in Kontakt treten. Dies mit allen Mitteln zu verhindern, ist im Interesse des Gemeinwohls und der allgemeinen Sicherheit. Jene Flüchtlinge, die der deutschen Sprache einigermaßen mächtig sind, könnte man beispielsweise als eine Art Zivildiener einsetzen. Zum einen würden sie dadurch erkennen, dass auch die Länder der EU kein Schlaraffenland sind, und zum anderen wären sie mit ihrem eigenen Schicksal zufrieden. Leute, die die Zwangsarbeit des Dritten Reiches und der sowjetischen Gulags nicht erlebt haben, sollten mit diesem Begriff nicht so fahrlässig umgehen. Offenbar fehlt es diesen Leuten an Differenzierungsvermögen. Eine sinnvolle Betätigung mit Zwangsarbeit gleichzusetzen, ist absolut absurd.

Ulrike Metzler,

Franz-Reiter-Straße 6, Höchst