Betteln ist
Menschenrecht

Leserbriefe / 01.09.2016 • 18:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief von
Herrn Ingo Gruber,
VN vom 9. 8. 2016:

In der Verfassung der EU ist Bettelei als Menschenrecht verankert. Von Politikern in Vorarlberg wird es gebogen und verwässert. Ich sehe absolut keine Veranlassung, eine Roma mit Kleinkind der Polizei anzuzeigen. Eine Mutter mit einem Säugling in den Armen, die für ihre und des Kindes Existenz betteln muss, verdient Respekt und nicht behördliche Verfolgung. Sie anzuschwärzen, finde ich schändlich und verwerflich. Im Übrigen habe ich einen Horror gegen Anzeigen, da zwischen März 1938 und Mai 1945 durch Meldungen an die Polizei (Gestapo) viel Unrecht geschehen ist, was für die Anzeigeopfer oft beim Scharfrichter tödlich endete. Wer mit den Roma redet, sie freundlich anlacht oder ihnen sogar eine kleine Gabe gibt, wird meist überrascht feststellen, dass hinter der stoischen Maske ein Mensch wie du und ich steckt. Wer sich sogar die Mühe nimmt, frei von Vorurteilen, sich in das Leben dieser „Fremdkörper“ hineinzuversetzen, wird ihre Anwesenheit nicht mehr lästig, sondern als hilfsbedürftig empfinden.

Martin Frick,

Negrellistraße 5, Rankweil