Freier müssten
bestraft werden

Leserbriefe / 07.10.2016 • 20:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Offensichtlich gehen in Vorarlberg Damen diesem Geschäft nach. Auch wenn sie es freiwillig tun, fragt sich, ob die rigide (VN vom 30. September) Vorarlberger Gesetzgebung nicht richtig liegt. Die Geschlechtlichkeit der betroffenen Frauen wird im Falle der Prostitution zum Gebrauchsgegenstand des Mannes. Sie wird zu einer Maschine, zu einem toten Werkzeug, zu einem Wegwerfgegenstand degradiert. Das verletzt die Frauen zutiefst in ihrer Würde, auch wenn sie es freiwillig tun sollten. Vergleichbar wäre es mit dem übermäßigen Genuss von Alkohol: Wenn bei einem Vollrausch der Mensch die Kontrolle über sich verliert, zerstört er auch seine Würde. Typisch ist, dass sich Freunde zumindest früher oder später vom Betrunkenen distanzieren. Wer möchte schon das Kind eines Besoffenen oder einer Prostituierten sein? Das Bestrafen der Freier würde manchem Mann bewusst machen, dass er trotz Bezahlung etwas Primitives, etwas Unrechtes, ja etwas Böses getan hat. Die massiven Spätfolgen für betroffene Frauen sind nicht nur körperlicher, sondern auch psychischer Art. Die menschliche Gemeinschaft muss diese größtenteils schlimmen Folgen früher oder später auf verschiedene Weise mittragen. Die Frage des Umgangs mit Prostitution und Sexualität ist nicht nur eine Frage der menschlichen Verantwortung, sondern auch eine Frage der Kultur des menschlichen Miteinanders.

P. Bernhard Kaufmann,

Jennen 2, Dornbirn