Hochzeiten zu Maria Bildstein

Leserbriefe / 11.10.2016 • 19:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Sanierungspläne für die Kirche in Bildstein werden weiterhin kritisiert. FOTO: VN
Die Sanierungspläne für die Kirche in Bildstein werden weiterhin kritisiert. FOTO: VN

Hochzeiten werden im geplanten Kirchenschiff wohl der Vergangenheit angehören, was die örtliche Gastronomie und die Gemeindesaalvermietung zu spüren bekommen werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Brautpaare, über einen schwarzen Marmorboden schreitend, sich vor dem zentralen schwarzen Marmorstein als Altar hoffnungsvoll das Jawort geben und von der ebenso schwarzen „Kanzel“ aufmunternde, priesterliche Worte anhören wollen. Zu welcher Art von „Spiritualität“ (Bischof Elbs im bildlich geschönten Folder) der neugestaltete Kirchenraum anregen soll, bleibt wohl ein episkopales Geheimnis – wie auch der Entscheid trotz über 1300 Unterschriften. Unpassend für das alljährliche Mozart-Requiem verströmt der Raum eine okkult-düstere Atmosphäre. Er widerspricht auch einem barocken, weltzugewandten Baustil. Dazu kommt der Beigeschmack einer angesichts zunehmender Armut himmelschreienden Geldverschwendung (1,5 Mill. Euro) durch den neuen Marmorboden samt Fußbodenheizung anstelle des völlig intakten, in warmem Hellbraun gehaltenen, zu den Bänken passenden Bodens. Hierfür Spenden und öffentliche Förderungen in Anspruch zu nehmen, ist unverfroren und sollte auch den politisch Verantwortlichen zu denken geben, da wohl Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit Vergabekriterien sind. Den gläubigen Wallfahrern ist jedenfalls zu empfehlen, die nahegelegene Waldkapelle zum Gebet aufzusuchen, auch weil das Gnadenbild hinter den Altarklotz mit „Andachtsstühlen“ in die schwarze Apsis verbannt wird, und Altäre später leicht entfernt werden können.

Dr. Dietmar Loy,

Linzenberg 30, Schwarzach