Toleranz statt
Hass und Gewalt

Leserbriefe / 21.10.2016 • 19:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

„Hängt Asia!“ So wird derzeit von Geistlichen in Pakistan gefordert. Sollte Asia Bibis Unschuld festgestellt werden oder sollte Pakistans Präsident die fünffache Familien­mutter begnadigen, dann drohen durch einflussreiche muslimische Geistliche angestiftete politische Unruhen und mobartige Überfälle auf Christen in Lahore. Zwei Politiker, die sich für Bibi einsetzten, wurden bereits ermordet. Die Schuld der Christin Asia Bibi: Sie hat aus einem Gefäß Wasser getrunken, das damit nach muslimischer Auffassung unrein wird und woraus dann ihre muslimischen Mitarbeiterinnen sich zu trinken weigerten. Darauf wurde Asia von ihren muslimischen Arbeitskolleginnen der Beleidigung Mohammeds beschuldigt und schlussendlich nach dem berüchtigten Blasphemie-Paragraphen zum Tode verurteilt. Sind die Parallelen im Falle der Lehrerin Angelika Renn nicht auffällig? Haltlose Behauptung der Beleidigung des Propheten und massive­ Einschüchterung mithilfe der geltenden Gesetze? Welchen Beitrag der Islam im zu 95 Prozent muslimischen Land Pakistan zu Frieden und Toleranz liefert, ist schwer ersichtlich. Da hätte man ja alle Möglichkeiten. Es sei denn, man definiert Frieden als die Auslöschung aller Andersglaubenden und Denkenden. Muss es in einem demokratischen und von Toleranz geprägten Staat nicht auch möglich sein, religiöse Handlungen oder Taten von Personen auf faire Art in Frage zu stellen, ohne dass jemand mit Dauerbeleidigung, Hass oder Gewalt reagiert?

P. Bernhard Kaufmann,
Jennen 2, Dornbirn