Bettelverbot

Leserbriefe / 10.11.2016 • 19:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Schäfer und alle, die Sie in Ihrem Vorgehen unterstützen! Ich kann Ihre Vorgehensweise und Ihren Rechtsstreit gegen das Bettelverbot nicht nachvollziehen – Paragraph sieben Landessicherheitsverordnung, Artikel in den VN vom 7. 11. 2016. Ich denke, dieses Verbot beinhaltet wesentlich mehr Schutz als Nachteile, und zwar in verschiedene Richtungen, auch und vor allem für die von Armut Betroffenen selbst. Ich denke, generell ist Betteln eine menschenunwürdige und äußerst seltsame, mittelalterlich anmutende Form, um mit Armut umzugehen. Anstatt dieses Bettelverbot rechtlich anzufechten, schiene es mir wesentlich sinnvoller, verstärkt und mit vereinter Kraft Aktivitäten zu setzen, die vor allem die Auslöser von Armut wirkungsvoll außer Kraft setzen, und zwar global und jedem Menschen ein Leben mit angemessen bezahlter und einem friedlichen Gemeinwohl dienender Arbeit erlauben oder im rechtmäßigen Anspruch auf angemessene Sozialleistungen. Ein Wahlspruch dafür könnte sein: „Schluss mit der Armut!“ Also keineswegs „Weg mit dem Bettelverbot!“ und schon gar nicht „Weg mit den Bettlern!“.

Es kann auch nicht heißen: „Weg mit den Reichen oder dem Reichtum“, denn so groß ist der bei uns in Vorarlberg bestimmt nicht, verglichen mit dem Reichtum der Köpfe von global agierenden, tatsächlich kriminellen und mörderischen Waffen-, Drogen- und Menschenhändlern.

Tamara Ofner,

Marktstraße 9, Hohenems