Offen gelebte Demokratie in der Kirche

Leserbriefe / 21.11.2016 • 19:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief von Pfr.Helmut Rohner, „Die katholische Kirche soll Pflichtzölibat abschaffen“, VN vom 16. 11. 2016:

Ich bewundere immer wieder die Friedfertigkeit und den weitsichtigen Mut von Herrn Pfarrer Helmut Rohner. Erstaunlich ist es, dass ein Emeritus das tut, was sein Bischof zu tun versäumt, i. e. die symbolischen Handlungen des Papstes Franziskus zu deuten und klar zu kommentieren, damit ihnen mehr Beachtung und Gewicht geschenkt werde (vor allem in den erstarrten­ fundamentalistischen Reihen­ der Institution). Damals waren noch viele bereichernde Stellungnahmen von Noch-nicht-Bischof Elbs in den VN zu lesen. Sind Schweigen und unverfängliche Formulierungen über brennend aktuelle Fragen der Bewegung „Wir sind Kirche“ der bittere Preis, den der Aufstieg in der Hierarchie fordert? Wenn dem so ist, unterscheidet sich die Kirche kaum von der Politik. Die Gleichberechtigung der Frauen darf nicht mehr in der Kirche ignoriert werden. Zukünftige Pfarrer(innen) müssen das Recht haben, sich frei für oder gegen ihr Zölibat zu entscheiden. Dass erst der Ruhestand eines Pfarrers ihm die Möglichkeit bietet, laut und frei zu denken, ohne dass ihn ein vernichtender Keulenhieb der katholischen Nomenclatura trifft, so wie es der schändlich zurückgestufte Monsignore Schüller erleben musste, finde ich sehr bedenklich. Nach dem abklingenden Jahr der Barmherzigkeit: Wie wäre es mit einem neuen Jahr der offen gelebten Demokratie in der Kirche?

Marie-Thérèse Mercanton, oBERER iLLRAIN 33c, bludenz