Große Freude, ­großes Leid

Leserbriefe / 18.12.2016 • 18:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Seit Jahren können wir den Krieg in und um Syrien mitverfolgen. Jetzt scheint der Kampf um Aleppo beendet zu sein. Unsere Medien berichten von einem Kollaps der Menschlichkeit, die russischen Medien über Freuden­szenen, weil ihr großes Land diese „Befreiung“ mit erreicht hat. Mit wie vielen Toten? Wir kleine Bürger können nur ungläubig den Kopf schütteln angesichts so großer Freude und so großem Leid von Männern,­ Frauen und Kindern. Wenn dann noch angeblich viele willkürlich erschossen werden, im Freudentaumel, dann zeigt sich deutlich, was Krieg bedeutet: Indoktrinie­rung (von welcher Seite auch immer), Abstumpfung, Unmenschlichkeit und am Ende Hass auf die Verursacher (wer auch immer sie sind). Und da huldigen Parteien und Politiker im Westen auch dem Machthaber in Russland. Zuerst der Tschetschenien-Krieg, jetzt ist es Syrien. Wie geht dieses Machtstreben weiter?

Ein Ölmilliardär wird US-Außenminister mit besten finanziellen Beziehungen zu Moskau. Die USA scheinen im Überbordwerfen aller Prinzipien die Ersten zu sein, alles dem Geld zuliebe. Um dem eigenen Volk zu mehr Größe zu verhelfen und sich selbst und der eigenen egomanischen Denkweise zu mehr Einfluss (und Finanzen), tut man heutzutage doch alles! Unwissenheit schützt vor Torheit nicht, draufzahlen tun immer die (anderen kleinen) Menschen.

Mag. Christiane Url, Freundsbergerstraße, Innsbruck