Deutsche Maut, deutsche Studenten

Leserbriefe / 20.01.2017 • 18:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Deutschland bastelt an einem Mautsystem. Für deutsche Autofahrer sollen dabei freilich keine Mehrkosten entstehen. Eine Senkung der Kfz-Steuer in gleicher Höhe wird für deren Entlastung sorgen. So der simple Plan. Ein Nullsummenspiel für deutsche Autofahrer. Abkassiert wird bei den anderen. Eigentlich ein Verstoß gegen das Recht der EU-Bürger auf Gleichbehandlung. Dass die EU-Kommission in dieser Sache vor Deutschland einknicken wird, ist absehbar. Statt zu jammern, könnte sich Österreich dieses Rechen­beispiel aber zum Vorbild nehmen: Warum nicht wieder Studien­gebühren einführen und gleichzeitig – geschickt verpackt – österreichischen Studenten Studienbeihilfe in selber Höhe gewähren?

Ganz einfach nach dem Dobrindt-Prinzip. So könnte der Ansturm deutscher Numerus-Clausus-Flüchtlinge auf österreichische Hochschulen vielleicht wieder etwas reduziert werden. Denn rund 35.000 deutsche Studierende lassen sich derzeit ihr Studium vom österreichischen Staat bezahlen. Für den heimischen Arbeitsmarkt sind sie kaum relevant. Die meisten kehren vor oder nach ihrem Abschluss wieder nach Deutschland zurück. Jungen Leuten aus Österreich bleibt hingegen aufgrund begrenzter Uni-Kapazitäten der Zugang zum Wunschstudium­ immer öfter verwehrt. Medizin ist das beste Beispiel. Wenn wir also vom deutschen Maut-Einmaleins etwas lernen würden, bräuchten wir uns vielleicht irgendwann nicht mehr über den Mangel an jungen Medizinern zu beklagen.

Mag. Bernd Wölfler,
Goethestrasse, dornbirn