Diskussion um
Judas Iskariot

Leserbriefe / 20.01.2017 • 18:07 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Diese Auffassung vertrat sehr anschaulich und nachvollziehbar der Prediger­ der FEG Dornbirn, als ich vor Weihnachten dort den monat­lichen Gäste­gottesdienst besuchte. Pater Christian Marte SJ, Direktor des Kardinal-König-Hauses in Wien, dürfte dem zustimmen; zumindest empfiehlt er im Geleitwort zum aktuellen Programm seiner Bildungseinrichtung dieselbe Eigenschaft nachdrücklich für den mitmenschlichen Umgang. Ebenso denkt gewiss Papst Franziskus, der auf der Ebene von Schuld und Sühne immer wieder die Bedeutung der Barmherzigkeit hervorhebt. Der wichtigste Zeuge für Gottes Großzügigkeit ist aber Jesus selbst, dem das Wohl der Menschen stets mehr am Herzen lag als die Einhaltung kleinlicher Vorschriften. Deshalb bin ich mir sicher, dass auch Judas wegen seiner aufrichtigen Reue (Matthäus 27, 3–5) vor Gott Gnade gefunden und die mildere Formulierung in der jüngsten Übersetzung des Neuen Testaments ihre Berechtigung hat.

Wolfram Walch,
Alvierstrasse, feldkirch